Fotoausflug mit Hindernissen


Bin gerade am Einrichten dieses Blocks und teste da noch etwas planlos durch die Gegend. Sorry, wenn hier noch keine klare Linie drin ist, wird schon noch (hoffentlich) :-). Der Block soll keine reine Sammlung von bunten Bildern werden, ab und an möchte ich auch kleine Berichte von Fotoausflügen posten. Mal sehen, ob das so funkt wie ich mir das vorstelle. Los geht’s:

Fotoausflug mit Hindernissen im März 2012

Nachdem mal wieder bereits früh am Morgen zwei Geschäftstermine abgesagt wurden (unzuverlässige Kollegen L), dafür aber meine Clusterkopfschmerzen umso zuverlässiger waren, habe ich beschlossen, die Geschäftskleidung mit Fotokleidung zu tauschen und mal wieder etwas Licht durch die Linsen zu lassen. Gedacht und auch gemacht. Ziel war das Haspelmoor, da ich letztes Jahr zur gleichen Zeit auf die aus der Winterruhe erwachten Kreuzottern gestoßen bin. Noch schnell die Fotoausrüstung gepackt (D7000 und 1 V 1, dazu noch das 300/4, das 105 Makro und für eine Landschaftsaufnahme mit Kreuzotter das 16-35/4 J). Lieber etwas zu viel wie zu wenig, das Auto schleppt das schon für mich. Nach kurzer Fahrzeit von 25min war ich dann auch schon da. Schnell das Auto geparkt und erst mal ohne Kamera auf Erkundung. Die brauchte aber nicht lange, da ich bereits nach 50m auf die erste Kreuzotter gestoßen bin. Wie gewöhnlich natürlich mitten im Gestrüpp, so dass keine ansprechende Aufnahme möglich war.

Daraufhin beschloss ich, tiefer ins Moor vorzudringen und hier nach den ersten Vorboten des Frühlings zu suchen. Blühende Pflanzen waren noch keine da, dafür aber einige Brombeerzipfelfalter. Die waren jedoch so scheu, dass ich zu keiner einzigen Aufnahme kam. Macht ja nix, der Tag ist noch lang, dachte ich mir und trotte weiter. Plötzlich entdeckte ich einige Meter neben dem Weg eine weitere Kreuzotter. Diesmal schön freiliegend im besten Licht. Hurra, jetzt komme ich. Leider hatte ich vergessen, dass ich mich im Moor befinde. Bereits nach zwei Schritten versank ich bis zu den Knien im Morast. Mühsam kämpfte ich mich raus und konnte auch meine Ausrüstung vor Dreck und Wasser schützen. Zu meinem Bedauern hatte die Kreuzotter aber Ihren Tribünenplatz nach dem unfreiwilligen Aufruhr in aller Hast verlassen. Wieder nix mit Bild. Der Tag fing an, mir langsam aber sicher auf den Wecker zu gehen. Nun hieß es, sich auf seine Männlichkeit und entsprechendes Durchhaltevermögen zurück zu besinnen. So packte ich mein Gerödel und setzte meinen Weg mit quitschenden Schuhen fort. Langer Rede, kurzer Sinn, auf dem ganzen Weg durchs Moor kam ich zu keiner einzigen Aufnahme. Also zurück zur Straße und einen erneuten Versuch bei den Kreuzottern wagen. Wieder stieß in an gleicher Stelle auf die Kreuzotter, die ich bereits zuvor schon entdeckt hatte. Zwar immer noch im Gestrüpp aber für ein Makroportrait reicht es. Dachte ich zumindest. Also das 105 Makro auf die 1 V 1, damit ich ihr nicht zu sehr auf die Pelle rücken muss. Dann in tiefster Gangart hin gerobbt, dabei zog mein Kinn schon fast eine Spur durchs Gras. Nach einiger Mühe war ich dann ich passender Schußposition und konnte auch einige Aufnahmen machen.

Irgendwie lief das alles zu glatt, kam mir in den Sinn. Dem war natürlich auch so, denn ich hatte mal wieder die Rechnung ohne den Wirt (besser die Wirte) gemacht. Binnen kurzem fing es mich überall zu jucken und zu brennen an, denn ich lag dummerweise direkt in einem vielbegangenen Weg der roten Waldameisen.

Schneller Rückzug war angesagt, denn es waren eine ganze Menge auf meinem Körper unterwegs und aus einem mir unerfindlichen Grund hatten sie beschlossen, mich als Eindringling zu betrachten und mir das Leben zur Hölle zu machen. Wo ich jetzt überall Pusteln habe, möchte ich an dieser Stelle lieber nicht vertiefen. Nachdem ich meine körperlichen und seelischen Wunden geleckt hatte und wieder einigermaßen im Gleichgewicht war, beschloss ich, die Jagd fortzusetzen.  Um den kleinen Plagegeistern aber nicht mehr zu nahe zu kommen, die 1 V 1 ans 300er, und dann mit 810mm KB-equivalenter Brennweite bei Naheinstellgrenze von 1,5 Meter ein schönes Portrait versuchen. Dazu hieß es, warten, denn die Kreuzotter war einfach nicht in passender Position. So machte ich es mir in Gras gemütlich und sinnierte so vor mich hin. Ich dachte zurück ans letzte Jahr und erinnerte mich an die Höllenotter, die ich ebenfalls im gleichen Gebiet entdeckte hatte. Die war auch diesmal wieder da, allerdings habe ich sie nicht gleich entdeckt.  Sie war nämlich in unmittelbarer Nähe und machte es sich an einem von der Sonne aufgewärmten vermeintlichen Baumstamm gemütlich. Erst, als sie versuchte, es sich nicht neben, sondern auf dem „Baumstamm“ gemütlich zu machte, entdeckte ich sie. Die Kreuzotter war nämlich gerade dabei, sich auf meinem linken Oberschenkel zusammenzurollen. Wir haben uns scheinbar gleichzeitig bemerkt und zu meinem Glück war sie mehr daran interessiert, das Weite zu suchen, anstatt ihre kleinen giftigen Zähnchen in meinem Schenkel zu versenken. Auch da wars mal wieder nichts mit einem Bild, denn sie hatte deutlich die Naheinstellgrenze meiner Linse unterschritten. Letztendlich ist es mir dann doch noch gelungen, von meiner ersten Kreuzotter ein ansprechendes Portrait zu bekommen. Sie hatte sich dann doch mal mit dem Kopf aus der Deckung gewagt.

Nach dieser Aufnahme habe ich dann beschlossen, den Heimweg anzutreten. Für einen Fototag hatte ich genug erlebt.

Viele Grüße Stefan

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s